Zwei Jungen liegen bäuchlings auf dem Boden und arbeiten jeweils mit einem Tablet.
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Gastbeitrag: Apps in der Leseförderung – Tipps für den Praxiseinsatz

Die aktuelle Schülergeneration in Deutschland zeigt eine wesentlich geringere Lesekompetenz als noch vor fünf Jahren. Das ist das Ergebnis einer wissenschaftlich repräsentativen Untersuchung des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) der TU Dortmund. Die Forschenden stellten fest, dass die Lesekompetenz von Schüler*innen in der vierten Klassenstufe im Jahr 2021 – nach über einem Jahr coronabedingten Einschränkungen – deutlich geringer war als die Gleichaltriger 2016, also vor der Pandemie. Demnach fehlt den Kindern im Durchschnitt etwa ein halbes Lernjahr. Leseförderung erscheint vor diesem Hintergrund wichtiger denn je. Dabei können auch digitale Hilfsmittel wie lese-Apps zum Einsatz kommen: Was Lehrkräfte dabei beachten sollten, weiß Gastautorin Agnes Gorny vom Bundeverband MENTOR – Die Leselernhelfer e. V. Sie fasst die wichtigsten Punkte eines Seminars der Trainerin Dr. Anna Soßdorf zusammen, das diese im Rahmen eines MENTOR-Projekts zu digitalen Medien in der Leseförderung gehalten hat.


Ein Wörterfresser verlangt nach Futter, chaotisch durcheinander gewürfelte Silben wollen auf dem Touchscreen in die richtige Reihenfolge geschoben werden und kurze Videos illustrieren Lesetexte. Das spielerische, digitale Angebot bereitet vielen kleinen Leser*innen noch mehr Spaß als die gedruckten Bücher und diese Faszination für digitale Medien lässt sich sehr effektiv für die Leseförderung nutzen. „Es ersetzt aber keinesfalls das Lesenlernen mit gedruckten Texten wie Büchern. Vielmehr ist es als ergänzender Anreiz sinnvoll: Lese-Apps und Internetseiten bieten viel Motivationspotential, weil das Lesen in einem neuen Licht erscheint,“ führt Dr. Anna Soßdorf aus, freie Trainerin für Medienkompetenz.

Auswahl „guter“ Apps und Kinderseiten

Das Angebot an Lese-Apps und Internetseiten für Kinder ist riesig und unüberschaubar. Doch nicht alle sind gut gemacht und bieten einen Mehrwert für das Lesenlernen. Bei der Auswahl sollten Lehrkräfte und Leseförderer den Inhalt, die Funktionalität und die Sicherheit berücksichtigen.

Im Hinblick auf die Inhalte sollte die App

  • einen sinnvollen Ausgleich zwischen Lesen und Spaß anbieten.
  • für Kinder relevante Identifikationsfiguren und Themen beinhalten.
  • den Inhalt aufgreifen, der wirklich vermittelt werden soll. Einige Apps wirken auf den ersten Blick wie Lese-Apps, stellen sich aber als wenig geeignet heraus, beispielsweise für die Ausprägung der Laut-Buchstabenbeziehung.
  • dem Entwicklungsstand der Schüler*innen entsprechen, die angegebenen Altersempfehlungen sind nicht unbedingt maßgeblich.

In Bezug auf die Funktion ist darauf zu achten, dass die App

  • möglichst intuitiv aufgebaut und leicht zu bedienen ist. Allzu verschachtelte Strukturen erschweren meist die Bedienung.
  • über viele Einstellfunktionen verfügt: zum Beispiel eine Vorleserstimme hinzuschalten, den Text ausblenden oder die Textschwierigkeit anpassen. Damit bleiben viele Optionen für den Unterricht offen.

Bezüglich der Sicherheit sollte darauf geachtet werden, dass die App

  • die Richtlinien des Kinder- und Jugendschutzes beachtet.
  • keine persönlichen Daten der Kinder speichert.
  • keine Werbung beinhaltet.
  • keine In-App-Käufe mit Echt-Geld getätigt werden können.

Empfehlungen für Apps und Kinderseiten

Eine geprüfte App-Auswahl mit Beschreibungen bietet der MENTOR-Bundesverband auf seiner Internetseite an; sie wird kontinuierlich erweitert. Die kostenfreie Datenbank hat eine Systematik nach Alter und dem aktuellen Lernanlass. Dabei geht es darum zu entscheiden, ob der Schwerpunkt eher im Lesen oder im Spielen liegen soll, ob es um Worterkennung, Leseflüssigkeit oder Textverstehen geht.

Eine Kategorie dieser Auswahl sind „Lesespiele“, darunter fallen Apps wie der „Wörterfresser“ oder das „Monster-ABC“. Bei diesen einfachen, aber sehr sinnvollen Spielen erhalten die Nutzer*innen Punkte, wenn sie Lese- und Sprachaufgaben lösen. Apps wie „The Inner World“, „Botanicula“ oder „The House of da Vinci“ gehören zur Kategorie „Games“. Sie sind wie Computerspiele gestaltet, die Schüler*innen aus anderen Bereichen kennen. Das veranschaulicht die Beschreibung der letztgenannten App für 13- bis 16-Jährige. Darin heißt es: „In ‚The House of da Vinci‘ begeben sich die Spielenden auf ein rätselhaftes Abenteuer rund um die Erfindungen Leonardo da Vincis, die der alte Meister vor einer dunklen Gilde versteckt hat. Die Spielenden erhalten während des Spiels immer wieder Hinweise zur Entschlüsselung der teilweise kniffligen Rätsel, die sie mit kombinatorischem Geschick lösen müssen. Durch die Überschneidungen der Handlungsachsen eignet sich das Spiel für die Ausprägung eines handlungslogischen Verstehens sowie zur Förderung der Informationsentnahme aus literarischen Texten.“

Informationen über empfehlenswerte Apps und Internetseiten bietet auch die Stiftung Lesen an, außerdem gibt es zu vielen Apps erklärende Videos bei YouTube.

Wichtige Funktionen einer „klassischen“ Lese-App


Das Projekt MENTOR – Die Leselernhelfer

In ihren Seminaren des Projekts „MENTOR – Die Leselernhelfer: Digitaler Treffpunkt der Generationen“ trainiert Dr. Anna Soßdorf mit Lesementor*innen den Einsatz digitaler Medien in der Leseförderung. Die Inhalte und Medienempfehlungen hat der MENTOR – Die Leselernhelfer Bundesverband e. V. mit Dr. Anna Soßdorf, Prof. Jan Boelmann und Dr. Lisa König von der PH Freiburg sowie weiteren Expert*innen entwickelt. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Die 13.000 ehrenamtlichen Mentor*innen des Verbands setzen das digitale Lesen in ihren wöchentlichen Lesestunden mit Sechs- bis 16-jährigen Schüler*innen ein. Oberstes Prinzip ist die Eins-zu-eins-Betreuung: Eine Mentorin/ein Mentor fördert ein Kind, einmal in der Woche, mindestens ein Jahr lang. Die Förderung erfolgt ausschließlich in Kooperation mit den Schulen.

Weitere Informationen bietet die Internetseite des MENTOR-Bundesverbands.


Die Mehrzahl der Apps setzt ihren Schwerpunkt auf das Lesen und Vorlesen von Geschichten. „Die große Wörterfabrik“, „Lindbergh“ und „Imagoras“ sind Beispiele dafür. In ihrem Seminar stellt Dr. Anna Soßdorf entlang der „Olchis“ die wichtigsten Funktionen dieser Angebote vor:

  • Text einblenden/ausblenden: Damit die Geschichten und Lesespiele je nach Kenntnissen des Kindes flexibel eingesetzt werden können, ist es möglich, den Text ein- oder auszublenden.
  • Sprache einschalten/ausschalten: Ein Text kann vorgelesen werden, sodass ein Kind zunächst hören kann, wie die Wörter klingen. Wenn das Kind allein lesen möchte, kann die Stimme ausgeschaltet werden. Viele Apps haben eine Mikrofonfunktion, mit der die kleinen Leser*innen sich selbst aufnehmen können.
  • Berührbare Symbole oder Figuren: Großen Spaß bieten animierte Figuren oder Symbole, die im Verlauf der Geschichte vorkommen. Beim Berühren machen diese Geräusche, enthüllen Überraschungen oder geben weitere Hinweise zum Geschichtenverlauf. Ebenso müssen häufig Figuren im Bild verschoben werden, um damit kleine Aufgaben zum Weiterkommen zu lösen.
  • Zusätzliche Spiele oder Rätsel: Neben der Lesegeschichte beinhalten viele Apps Kurzspiele oder Rätsel, die thematisch an die Lesegeschichte anknüpfen. Diese steigern die Motivation.

„Die Apps und Internetseiten arbeiten mit Text-Bild-Kombinationen, bieten interaktive Elemente und machen einen Text zu einem ganz anderen Erlebnis als ein Buch. Der Alltag vieler Kinder ist von digitalen Medien geprägt, das sollten wir ihnen auch beim Lesenlernen anbieten, um sie in ihrer Lebenswelt abzuholen,“ meint Dr. Anna Soßdorf. Sie motivieren auch die Kinder zum Lesenlernen und zum Entdecken der Welt der Literatur, die gedruckten Texten eher ablehnend gegenüberstehen. Das digitale Lesen ist für Schülerinnen und Schüler auf ganz unterschiedlichen Lesestufen eine sinnvolle Ergänzung: Es gibt Angebote für die Buchstaben- und Worterkennung, Leseflüssigkeit, Textverstehen oder literarisches Verstehen.


Apps unkompliziert zur Verfügung stellen

Schüler*innen ausgewählte Lese-Apps einsatzbereit zur Verfügung zu stellen, ist mit der MNSpro Cloud von AixConcept ein Leichtes. Die Lernplattform bietet eine benutzerfreundliche Bedienoberfläche und ermöglicht, Apps nach Belieben hinzuzufügen und sie über das integrierte Mobile Gerätemanagement (MDM) für jedes Endgerät freizuschalten. Anschließend können die Schüler*innen über ihre Bedienoberfläche direkt auf die App zugreifen (s. Screenshot unten).

Die MNSpro Cloud wurde speziell für Schulen entwickelt und bündelt Microsofts Office 365-Anwendungen sowie verschiedene weitere Funktionen wie E-Mail-Postfach, Kurssystem und Dokumentenablage. Sie ist stetig durch Module und Apps erweiterbar und sorgt gemeinsam mit dem integrierten MDM dafür, Software, Daten und Endgeräte jeder Art bestmöglich, ohne IT-Vorkenntnisse und unter Berücksichtigung der DSGVO miteinander zu verzahnen – damit jederzeit und von jedem Ort aus guter digitalgestützter Unterricht stattfinden kann.

Erfahren Sie mehr über die Vorteiler unserer „Cloud die alles kann“, das Mobile Gerätemanagement und unseren herausragenden Support in einem unserer kostenlosen Webinare oder im persönlichen Gespräch! Alternativ können Sie uns gerne eine E-Mail schreiben an vertrieb@aixconcept.de.

Der Screenshot zeigt die Bedienoberfläche der MNSpro Cloud mit den verschiedenen Menüpunkten als Kacheln; darunter zwei Lese-Apps.
Über die benutzerfreundliche Bedienoberfläche der MNSpro Cloud können Lehrkräfte ihren Schüler*innen unkompliziert Lese-Apps zur Verfügung stellen.